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Verwurzelt in Stallikon, den Blick in die Welt

9. Okt.
3 Min. Lesezeit


Mit 21 Jahren steht Matteo Cominotto am Anfang seines beruflichen Weges. Er studiert Finanzen, interessiert sich für Politik, reist gerne und blickt neugierig über die Grenzen hinaus. Doch bei aller Offenheit für die Welt gibt es für ihn einen festen Bezugspunkt: Stallikon, den Ort, an dem er geboren und aufgewachsen ist.


Matteo kennt Stallikon seit seiner Kindheit. Hier besuchte er die Primarschule, bevor ihn sein Bildungsweg an die Kantonsschule Wiedikon und später an die Universität Zürich führte. Heute studiert der 21-Jährige Finanzen und beginnt, seine ersten Schritte in die Berufswelt zu machen.


Dabei war keineswegs von Anfang an klar, wohin die Reise gehen würde. Als Kind konnte er sich ganz unterschiedliche Berufe vorstellen. Einmal wollte er Chemiker werden, dann Wissenschaftler oder Arzt. Erst mit der Zeit entdeckte er sein Interesse an wirtschaftlichen und unternehmerischen Zusammenhängen.


Heute faszinieren ihn besonders Unternehmensbewertungen und Unternehmenstransaktionen. Gerade hat er ein Praktikum in diesem Bereich begonnen – ein erster Einblick in eine Berufswelt, in der er sich seine Zukunft vorstellen kann.


Zwischen Dorf und Stadt


So sehr Matteo nach vorne blickt, seine Verbindung zu Stallikon ist geblieben. Besonders schätzt er den Kontrast, den die Gemeinde bietet: Zürich liegt nur wenige Kilometer entfernt, gleichzeitig prägen Natur, offene Landschaften und Ruhe den Alltag.


Doch mit dem Erwachsenwerden verändert sich auch die Beziehung zum Dorf. Nach der Primarschule trennten sich die Wege vieler Jugendlicher. Einige wechselten nach Bonstetten, Matteo ging nach Wiedikon. Mit dem Studium öffnete sich nochmals eine neue Welt – mit neuen Menschen, Interessen und Lebensräumen.


Für ihn stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie kann Stallikon junge Menschen auch nach der Schulzeit mit dem Dorf verbunden halten?


Matteo sieht dabei gerade in der digitalen Welt eine Chance. Soziale Medien und das Internet beanspruchen zwar einen grossen Teil der Aufmerksamkeit junger Menschen. Doch anstatt darin nur ein Problem zu sehen, könnten Vereine und lokale Organisationen diese Plattformen gezielter nutzen, um die junge Generation zu erreichen, zu inspirieren und zum Mitmachen einzuladen.

Wenn er in Stallikon etwas verändern könnte, würde er sich deshalb vor allem eines wünschen: mehr Beteiligung junger Menschen an lokalen Veranstaltungen – und mehr Möglichkeiten für seine Generation, eigene Ideen einzubringen.


Interesse an der Lokalpolitik


Dieses Interesse am Mitgestalten führte Matteo auch zur Politik. Zunächst engagierte er sich in einer Jungpartei, später kam er zur lokalen FDP, in deren Vorstand er heute mitarbeitet.

Gerade die Lokalpolitik findet er spannend, weil Entscheidungen hier unmittelbar sichtbar werden. Sie bietet ihm die Möglichkeit, besser zu verstehen, was direkt vor der eigenen Haustür geschieht und wie eine Gemeinde funktioniert.


Besonders schätzt er dabei das Schweizer Milizsystem. Menschen können sich neben Studium, Beruf und Familie politisch für ihre Gemeinde engagieren. Für Matteo ist jedoch klar: Diese Tradition kann langfristig nur funktionieren, wenn auch jüngere Generationen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen.


Mehr als Finanzen und Politik


Sein Alltag dreht sich allerdings keineswegs nur um Zahlen, Unternehmen und Politik. Matteo interessiert sich für Videospiel-Design und Zeichnen. Er reist gerne, wandert und geht tauchen – besonders gerne in tropischen Regionen.


Die Welt entdecken, lernen und Schritt für Schritt eine berufliche Zukunft aufbauen: Matteo hat einiges vor. Doch für ihn bedeutet der Blick nach vorne nicht, das Vertraute hinter sich zu lassen.

Vielleicht liegt genau darin die Verbindung zwischen dem 21-Jährigen und seinem Heimatort. Die Welt vor Augen – und Stallikon im Rücken.


Denn unabhängig davon, wohin ihn Studium, Beruf und Reisen einmal führen werden, steht für Matteo eines fest: Seine Wurzeln liegen in Stallikon.


Text & Bilder: Deviprasad Rao

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