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Stallikon im Gespräch

vor 19 Stunden
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 49 Minuten


Ein persönliches Wort zum Start von stalliker.ch


Stallikon ist ein wunderschöner Ort zum Leben. Ruhig, naturnah, reich an Geschichte – und nur einen Katzensprung vom pulsierenden Zürich entfernt. Doch in einer Gemeinde zu wohnen und sich als Teil dieser Gemeinschaft zu fühlen, ist nicht ganz dasselbe.


Durch mein Engagement in verschiedenen Bereichen des Dorflebens – bei Familien, in Kultur und Vereinen, bei Gemeinschaftsprojekten und im Lokaljournalismus – durfte ich im Laufe der Jahre viele Menschen in Stallikon kennenlernen. Eine Erfahrung ist mir dabei besonders geblieben: Wenn Menschen persönlich angesprochen, gut informiert und ehrlich eingeladen werden, sich einzubringen, sind erstaunlich viele dazu bereit. Das hat mich immer wieder beschäftigt: Fehlt es tatsächlich an Interesse – oder brauchen wir einfach bessere Wege, um einander zu erreichen und miteinander in Verbindung zu kommen?


Eine Gemeinde voller unentdeckter Geschichten


In Stallikon gibt es ein enormes Wissen, viel Erfahrung und Kreativität. Doch vieles davon bleibt in einzelnen Kreisen verborgen: eine Erinnerung im Kopf eines Menschen, ein altes Foto in einer Schublade, eine Fähigkeit, von der kaum jemand in der Nachbarschaft weiss, eine interessante Persönlichkeit, der wir auf der Strasse begegnen, die Idee eines jungen Menschen, die darauf wartet, gehört zu werden – oder zwei Menschen, die gemeinsam etwas bewegen könnten, sich aber noch nie begegnet sind.


Stallikon kommt durchaus zusammen. Wir erleben es an Dorffesten, bei Schulaktivitäten und Sportanlässen, in Kultur und Vereinen sowie bei politischen Diskussionen. Dazwischen sind die meisten von uns jedoch mit ihrem eigenen Alltag beschäftigt. Viele verlassen das Dorf am Morgen und kehren am Abend zurück, während sich ein grosser Teil ihres beruflichen und sozialen Lebens anderswo abspielt. Jüngere Menschen bewegen sich durch Ausbildung, Arbeit, Freundschaften und digitale Gemeinschaften ganz selbstverständlich in einer Welt, die weit über Stallikon hinausreicht. Gleichzeitig suchen Vereine und andere Organisationen nach neuen Mitgliedern, Freiwilligen und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.


Ich sehe darin nicht einfach mangelndes Interesse. Unser Leben, unsere Gewohnheiten und die Art, wie wir kommunizieren, haben sich verändert.


Kommunikation schafft Verbindung


Was aus meiner Sicht heute fehlt, ist eine wirksame und sinnvolle Kommunikation, die der Lebensrealität unserer Zeit entspricht.


Kommunikation bedeutet weit mehr, als Informationen zu verbreiten. Durch Kommunikation entdecken wir einander. Wir erfahren, was um uns herum geschieht, lernen Menschen ausserhalb unseres gewohnten Umfelds kennen, machen Ideen sichtbar und schaffen Möglichkeiten, sich einzubringen. Kommunikation ist der erste Schritt zur Verbindung – und Verbindung ist oft der erste Schritt zur Beteiligung.


Gedruckte Zeitungen, Magazine, Flyer, Anschlagbretter und öffentliche Veranstaltungen bleiben wertvoll und haben weiterhin ihren festen Platz im Gemeindeleben. Heute sollten sie jedoch durch die Möglichkeiten der digitalen Welt ergänzt werden. Websites, soziale Medien, Fotografie, Video und andere zeitgemässe Kommunikationsformen ermöglichen es, Informationen auf neuen Wegen zu verbreiten, Gespräche weiterzuführen und unterschiedliche Generationen auf eine Weise zu erreichen, die zu ihrem Alltag passt.


Es geht nicht darum, traditionelle Kommunikationsformen zu ersetzen. Es geht darum, Bewährtes mit Neuem zu verbinden – und beides zu nutzen, um Menschen näher zusammenzubringen.


Genau deshalb habe ich stalliker.ch ins Leben gerufen.


Was ist stalliker.ch?


stalliker.ch ist eine unabhängige digitale Medienplattform für Stallikon – ein Ort für lokale Entwicklungen, Menschen und ihre Geschichten, Gewerbe, Kultur, Vereine, Veranstaltungen, Geschichte, jüngere Stimmen, Fotografien, Ideen und unterschiedliche Perspektiven.


Doch der Anspruch geht über die Berichterstattung darüber hinaus, was gestern passiert ist. Ich möchte, dass stalliker.ch uns dabei hilft zu entdecken, wer um uns herum lebt, was um uns herum geschieht und wie wir selbst Teil davon werden können – um Veränderungen gemeinsam mitzugestalten und unsere Gemeinde zu einem noch lebenswerteren Ort der Begegnung, der Verbundenheit und des Miteinanders zu machen.


Lokaljournalismus kann dabei eine besondere Rolle spielen. Er kann Erinnerungen bewahren, bevor sie verloren gehen, Menschen miteinander bekannt machen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden, jüngeren Stimmen Raum geben, lokales Wissen zugänglich machen und Gespräche darüber anstossen, wohin sich unsere Gemeinde entwickelt. Und er kann zuhören. Denn sinnvolle Kommunikation darf keine Einbahnstrasse sein.


Die Erinnerungen unserer älteren Einwohnerinnen und Einwohner sind Teil der Geschichte Stallikons. Die Ideen unserer jüngeren Generationen sind Teil seiner Zukunft. Menschen, die seit Generationen hier verwurzelt sind, ebenso wie jene, die erst vor Kurzem nach Stallikon gekommen sind, bringen Erfahrungen, Wissen und Perspektiven mit, die unsere Gemeinschaft bereichern.


Eine Gemeinschaft ist nichts, was wir einfach übernehmen und bewahren können. Jede Generation muss sie aufs Neue mitgestalten – indem wir miteinander kommunizieren, einander zuhören, uns beteiligen und Verantwortung für den Ort übernehmen, den wir miteinander teilen.


stalliker.ch ist ein kleiner Beitrag dazu.


Denn Stallikon sollte mehr sein als nur der schöne Ort, an dem wir wohnen. Es sollte ein Ort sein, an dem wir uns zugehörig fühlen.


Willkommen bei stalliker.ch.


Deviprasad Rao (Devi) Gründer & Redaktor


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